Konkrete Vorstellungen für ein nachhaltiges Wassermanagement

„Integriertes nachhaltiges Wassermanagement“, so unsere Fraktionsvorsitzende, Bärbel von Römer-Seel, „ist ein zentraler Baustein für die von den GRÜNEN geforderte umfassende und langfristige Trinkwasserstrategie. Entscheidend für deren Umsetzung ist die Bereitschaft aller, zwischen Trinkwasser und Brauchwasser zu unterscheiden und unterschiedlich zu nutzen. Zur Entwicklung eines solchen Konzepts, das auch die Anerkennung und Bereitschaft zur Umsetzung findet, ist der Dialog mit der Bevölkerung, deren Erfahrungen und konstruktive Ideen von großer Bedeutung. Wir müssen einsehen, dass wir flächendeckend dem Grundwasser nicht mehr Trinkwasser entnehmen dürfen, als die Natur uns zur Verfügung stellt.“

So ist etwa mit der Zisternensatzung ein Instrument geschaffen worden, um Brauchwasser am Ort der Nutzung zu bevorraten. Die Schwankungen in der Trinkwasserversorgung und Überflutungsereignisse verdeutlichten nach Auffassung der GRÜNEN die Notwendigkeit, gleichzeitig ausgleichend auf den Trinkwasserverbrauch und den Wasserabfluss zu wirken. So hätten Zisternen je nach Volumen gerade beim letzten Unwetter einen deutlichen Anteil des Oberflächenabflusses des Regenwassers auffangen können.

Der im Ursprungsantrag geforderte Ausbau der Wassergewinnung beziehungsweise der weitere Zukauf von Trinkwasser verstärke nur den Mangel an Wasser an anderer Stelle und wird von den GRÜNEN daher nicht als nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser bewertet: „Sie hat, wenn überhaupt, nur im Notfall eine Berechtigung“, so die Fraktionsvorsitzende.

Der Magistrat ist nun beauftragt, gemeinsam mit den Stadtwerken zu prüfen, inwieweit die ausreichende Trinkwasserversorgung für die Stadt Königstein in Anpassung an die Klimakrise gesichert werden kann. Als GRÜNE haben wir dabei konkrete Forderungen festgeschrieben: Zunächst sei der technische Zustand des Wassergewinnungs- und Zuleitungssystems zu überprüfen, um Wasserverluste in der Infrastruktur zu vermeiden. Ein Konzept soll den differenzierten Umgang mit der Ressource Wasser regeln. Innovative Wege der Trennung zwischen Trink- und Brauchwassernutzung sollen geprüft, erarbeitet und in einer Satzung festgeschrieben werden. Dabei habe die städtische Verwaltung eine Vorbildfunktion zu erfüllen.

Bei allen bereits beschlossenen Neubaugebieten der Stadt Königstein muss nun geprüft werden, wie und in welchem Umfang Wasser in Zisternen gespeichert werden kann. Dies gilt insbesondere auch für die Neubaugebiete Kaltenborn III und Hardtberg, Stadtwerke, Kindergarten Hardtberg und Feuerwehr Schneidhain. Bei allen neuen Vorhaben greift die Zisternensatzung.

Auch für Gebäude im Bestand seien Anreize für Nachrüstungen von Zisternen zu schaffen, insbesondere auf städtischem Grund mögliche Nachrüstungen für Zisternen zu prüfen. Vorschläge zur Aufklärung der Bürger*innen bezüglich Wassereinsparung und differenzierter Nutzung von Trink- und Brauchwasser seien zu erarbeiten. Hierzu hatten wir als GRÜNE bereits die Idee einer „Königsteiner Wasser-Fibel“ ins Spiel gebracht. Ein Zwischenbericht über den Stand der erforderlichen Maßnahmen solle dem Stadtparlament am Ende des1. Quartals 2021 vorgelegt werden.

„Die menschengemachte Klimakrise ist real. Die Einstimmigkeit im Bau- und Umweltausschuss ist ein starkes Signal, wie wir im Miteinander solche Herausforderungen annehmen, gemeinsam um die beste Lösung ringen und dann Königstein zukunftsstark machen können“, schließt von Römer-Seel.

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