Verkehrsführung der Busse im Stadtzentrum

Die Königsteiner Innenstadt muss attraktiver werden. Der aktuelle bauliche und verkehrliche Zustand ist seit Jahren eine Schande für einen heilklimatischen Kurort.

Als GRÜNE wollen wir die Stadtmitte so gestalten, dass alle sich dort wohlfühlen und gerne verweilen – und sei es nur, um die Wartezeit auf den nächsten Bus zu überbrücken. Die Realität ist aber eine andere. Weder der Kapuzinerplatz noch die Konrad-Adenauer-Anlage lädt zum längeren Verweilen ein; die Aufenthaltsqualität ist mehr als bescheiden. Seit Jahrzenten wird immer über die Um- oder Neugestaltung in allen politischen Gremien diskutiert. Bisher ohne jedes Ergebnis. Uns so präsentiert sich die Innenstadt, insbesondere der Bereiche Georg-Pingler-Straße, Hauptstraße, Konrad-Adenauer-Anlage, weiter als ein Relikt des städtebaulichen Verständnisses der 60-er Jahre.

Was ist zu tun?

Ein von der Stadt beauftragtes Planungsbüro hat verschiedene Varianten konzipiert. Der Magistrat hat kürzlich entschieden, dass die Variante 3a detailliert ausgearbeitet („überplant“) werden soll. Alle anderen Varianten, so der Magistrat, würden zu große Eingriffe in die Konrad-Adenauer-Anlage verursachen.

Als GRÜNE finden wir in dieser Variante durchaus einige unserer Vorstellungen wieder, die wir schon vor einiger Zeit in den Vorschlag des Magistrats eingebracht hatten. Wir bedauern jedoch die zusätzliche Flächennutzung eines Teils der Konrad-Adenauer-Anlage durch die geplante Vergrößerung des Parkplatzes. Auf der anderen Seite soll der „kleine“ Parkplatz in eine Grünanlage mit Bewegungsraum für alle Generationen umgestaltet werden und der Kapuzinerplatz mit großen Stadtbäumen umrahmt und mit einer beleuchteten, flächengleichen Brunnenanlage versehen werden. Als GRÜNE Partei begrüßen wir es, dass die Georg-Pingler-Straße und die Hauptstraße für den Individualverkehr (außer Anliegern) gesperrt werden soll. Damit wird diesem zentralen Bereich der Stadt endlich die Aufenthaltsqualität zugewiesen, die ihm zukommt. So ist die Belebung des Kapuzinerplatzes durch Gastronomie und durch den Wegfall des Parkplatzsuchverkehrs in der Stadtmitte eine wesentliche Voraussetzung für eine attraktive und zukunftsstarke Stadtgestaltung. Der Kapuzinerplatz erhält damit nach Jahren endlich die Bedeutung, die er mit der damaligen Neugestaltung schon lange hätte erhalten sollen.

Wichtig: die Drehung der Fahrtrichtung der Busse

Die wichtigste Komponente der Variante 3a ist die Drehung der Fahrtrichtung der Busse. Das bedeutet, dass die Busse von der Hauptstraße den Kapuzinerplatz umfahren und etwa ab der jetzigen Ausfahrt der Parkplätze an der gegenüberliegenden Seite der jetzigen Bussteige halten.
Eben an dieser Verlegung der Bushaltestellen entzündeten sich in der letzten Stadtverordnetenversammlung am 5. November 2020 heftig die Gemüter.

Es ist für uns GRÜNE nur sehr schwer nachvollziehbar, mit welcher Vehemenz man in der derzeitigen Führung der Busse einen Vorteil sieht. Nur die Verlegung eröffnet den Stadtplanern die Möglichkeit, den Bürgersteig von Wartehäuschen, Papierkörben, Fahrgastanzeigern etc. frei zu räumen, den Bürgersteig zu verbreitern und Bäume auf die Westseite der Georg-Pingler-Straße pflanzen zu lassen. Die Aufenthaltsqualität für die ansässigen Restaurants und Kioske würde enorm steigen. Die Gastronomie hätte endlich Raum für Tische im Außenbereich und die Gäste Blick könnten auf den Kapuzinerplatz und die Konrad-Adenauer-Anlage schauen. Aktuell schauen sie auf die Seitenfronten der Busse (siehe unser Bild). Auf der anderen Straßenseite soll für die wartenden Fahrgäste eine überdachte, pavillonähnliche Wartezone entstehen. Sie würden die bisherigen beiden kleinen Wartehäuschen ersetzen. Auch für diesen Personenkreis verbessert sich die Wartesituation erheblich.

Einnahmesituation von Gastronomie und Handel stärken

Wer die Summe der positiven Aspekte der begonnen Neuplanung nicht sehen will, verschließt sich der geplanten Aufwertung der Innenstadt. Wenn nicht jetzt entschieden wird, wird der Status Quo noch viele Jahre andauern und die Innenstadt schlimmstenfalls veröden. Gerade das Schließen von Geschäften kann nur, wie in vielen Städte zu beobachten, durch eine Stärkung der Gastronomie ausgeglichen werden. Unsere Stadt ist ein Kurort und Startpunkt für zahlreiche Touristen in das Feldberggebiet. Touristen und Gäste halten sich aber nur in einer attraktiven Stadtatmosphäre länger auf. Und nur dann leisten sie einen Beitrag zur Verbesserung der Einnahmesituation von Gastronomie und Handel.

Tests, auch digitale Simulationsprogramme, unterstützen

Um den Planungsprozess weiterhin transparent in den zuständigen Gremien zu halten, haben die GRÜNEN dem Antrag der CDU zugestimmt. Die von der FDP beantragte Testphase der veränderten Verkehrsführung der Busse wurde auf Anregung der GRÜNEN ergänzt. So werden zunächst die konkreten baulichen Voraussetzungen für die Einrichtung der Bushaltestellen am Westrand der Adenauer-Anlage, auch unter Einbeziehung eines digitalen Simulationsprogramms, geprüft werden. Genauso muss geklärt werden, welchen Einfluss die beiden Ein- und Ausfahrten der derzeitigen Parkplätze auf den Testbetrieb haben werden.

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